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Viel Anerkennung für den „Thüringer Weg“

Unter der Bezeichnung „Thüringer Weg“ findet der Publikationsfonds für Fachhochschulen, der im Rahmen der Open-Access-Förderung durch die Thüringer Landesregierung vom Kooperationsverbund Thüringer Hochschulbibliotheken ThHoBi eingerichtet wurde, nun seinen Weg in die Fachöffentlichkeit. Dies jedenfalls ist der Begriff, der auf dem „DEAL-Praxis-Webinar #3: Transformation in Thüringen“ am 31. Mai 2021, organisiert der MPDL Services GmbH, von den Kolleg*innen aus Bayern dafür geprägt wurde.

Dr. Peter Blume von der UB Ilmenau berichtete im Webinar in seinem Beitrag „DEAL solidarisch ermöglichen“, dass gerade kleine Fachhochschulen, die häufig keine eigenen Publikationsfonds vorhalten, durch den mithilfe der OA-Landesmittel eingerichteten Publikationsfonds in die Lage versetzt wurden, bei Bedarf Mittel für Gold Open Access-Publikationen abzurufen und den DEAL-Verträgen beizutreten.

Aus der Perspektive der Cellarius-Bibliothek der Hochschule Schmalkalden schilderte Barbara Waszynski, dass der Publikationsfonds dort ein ganz entscheidender Faktor für die Entscheidung war, den DEAL-Vertrag mit Springer Nature zu unterzeichnen. Seitdem wurde Open Access an ihrer Hochschule stark intensiviert.

Schließlich machte Dana Horch von der UB Weimar in ihrem Beitrag deutlich, dass es für die Bauhaus-Universität Weimar ein großer Gewinn sei, durch die DEAL-Verträge in den Subskriptionsjournalen der großen Verlagsmarken Open Access publizieren zu können. Zugleich regte sie an, das Denken in herkömmlichen Strukturen und Abteilungen hinter sich zu lassen und Open Access stattdessen als übergreifendes Thema für alle Bereiche der Bibliothek und Universität zu sehen.

Wir sind gespannt, ob der „Thüringer Weg“ Schule macht und als Modell für vergleichbare Lösungen in anderen Bundesländern aufgegriffen wird. Kleinere, nicht-universitäre Hochschulen könnten in jedem Fall auch andernorts davon profitieren.

Mehr Informationen sowie die Präsentationen des Webinars finden Sie HIER.

Universitätsbibliothek Weimar erfolgreich auf RFID umgestellt

Mit der Wiedereröffnung des umgebauten Ausleih- und Servicebereichs der UB Weimar am 26. April 2021 wurde ein über mehrere Jahre geplantes und vorbereitetes Projekt zum erfolgreichen Abschluss gebracht. Dabei stand die Einführung der RFID-Technologie im Vordergrund. Mit komfortablen Selbstverbuchungsmöglichkeiten sieht sich die Bibliothek im Augenblick noch besser für den Betrieb in Zeiten von Corona gerüstet. Perspektivisch soll die neue Technologie zu einer deutlichen Erweiterung der Öffnungszeiten führen. Im Vorfeld des Projekts wurden seit Mitte Januar 2021 insgesamt ca. 160.000 Medieneinheiten im Freihandbereich der Bibliothek mit RFID-Etiketten beklebt. Die Umetikettierung des Magazin-Bestands wird die Bibliothek noch über Jahre begleiten.

Wichtiger Bestandteil des Projekts war die komplette Umgestaltung des früheren Ausleihbereichs. Die frühere Ausleihtheke wurde deutlich verkleinert und zur „Servicetheke“ umgestaltet. An zentraler Stelle wurden zwei Selbstverbucher aufgestellt, von denen der eine neu mit Strom und Datennetz versorgt werden musste. In unmittelbarer Nähe zu den Selbstverbuchern befinden sich die ebenfalls neuen Regale für die von der Bibliothek bereitgestellten sowie für die von den Nutzer*innen zurückgegebenen Medien. Die ersten Reaktionen der Nutzer*innen sind überaus positiv.

Dr. Frank Simon-Ritz, Direktor der UB Weimar

Strukturiertes Testen im Bibliothekssystem mit Hilfe von User-Stories

Der Bibliotheksdienstleister OCLC hat eine browserunabhängige Version des Lokalen Bibliotheksverwaltungssystems entwickelt, welche im Laufe dieses Jahres in allen Verbundbibliotheken zum Einsatz kommen soll. Im Rahmen der geplanten Umstellung wurden an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) umfangreiche Tests an der neuen Version durchgeführt.

In einem ersten Schritt wurde für die ThULB ein Testkatalog erstellt, in dem alle Vorgänge aufgelistet wurden, welche im Ausleihsystem in der Regel durchgeführt werden. Im zweiten Schritt wurden diese Vorgänge in der aktuell angewandten sowie in der neuen Version getestet und die Ergebnisse der Tests miteinander verglichen. Als Werkzeug zur Formulierung dieser Vorgänge wurden User Stories verwendet.

User Stories werden in der Softwareentwicklung eingesetzt, „um gewünschte Funktionalitäten eines Systems aus Sicht des Anwenders zu beschreiben“[1]. Dabei sollen folgende Inhalte transportiert werden: Wer (Person) möchte was (Funktionalität) aus welchem Grund (Nutzen)? Der Fokus liegt darauf, einen Sachverhalt so einfach wie möglich bzw. in kurzen Sätzen zu beschreiben. Reines Testen ist manchmal nicht unbedingt nachvollziehbar – die User Stories helfen dabei, die Hintergründe der Tests zu verdeutlichen, und geben dem Testkatalog einen guten Bezug zum Arbeitsalltag.

Zur Veranschaulichung soll folgende User Story dienen: „Ein Medium, welches vorgemerkt ist, wird zurückgegeben.“ Anhand dieses kurzen Satzes verstehen die KollegInnen, welche Arbeitsschritte im Ausleihsystem zu erledigen sind. Für jedes Detail, das sich an der Situation ändert, wird eine neue User Story erstellt. Falls im oben genannten Beispiel das zurückgegebene Medium nicht vorgemerkt ist, sondern sich im Mahnprozess befindet, lautet die User Story: „Ein Medium, welches bereits angemahnt wurde, wird zurückgegeben.“

Im Testkatalog wird das komplette Spektrum an Situationen im Ausleihsystem abgedeckt, angefangen bei Ausleihe und Rückgabe über An- und Abmeldung bis hin zur Benutzerdatenverwaltung und vielem mehr.
Es werden ebenfalls Vorgänge beschrieben, die aufgrund eines Fehlers bzw. eines Versehens entstehen können. Auch für diese Situationen muss die Software auf ihre Funktionsweise getestet werden. Als Beispiel dient folgende Situation: „Ein abholbereites Medium wird abgeholt. Dabei wird jedoch ein Buch aus dem Auslageregal geholt, welches auf einem anderen Benutzerkonto verbucht ist.“

Damit die Sätze so kurz wie möglich bleiben, jedoch die Gleichberechtigung gewährleistet ist, wurde darauf verzichtet, eine spezifische Person in den User Stories zu benennen. Somit wird statt „Ein Nutzer/Eine Nutzerin möchte ein Medium ohne Beilage aus dem Freihandbereich ausleihen.“ die User Story wie folgt formuliert: „Ein Medium ohne Beilage aus dem Freihandbereich soll für die Ausleihe außer Haus verbucht werden.“

Als Fazit können wir ziehen, dass zur Verdeutlichung der Arbeitsabläufe im Ausleihsystem die User Stories hervorragend geeignet sind. Sie sind ein unkompliziertes Mittel, um aus komplexen Gegebenheiten verständliche Aussagen machen zu können. Dies erleichtert allen weiteren KollegInnen, welche die neue Version derzeit testen, die Arbeit mit dem Testkatalog.

Jasmin Berbig und Nina Hartwig, Sachgebiet Zentrale Ausleihe, ThULB Jena


[1] vgl. User Story / t2informatik GmbH. - Berlin, [2020]. - 1 Online-Ressource. - https://t2informatik.de/wissen-kompakt/user-story/ - Gesehen am 06.05.2021

Newsletter

Der Kooperationsverbund ThHoBi veröffentlicht einen Newsletter, in dem Informationen über aktuelle Themen ausgetauscht werden. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Thüringer Hochschulbibliotheken sowie Interessierte können den Newsletter erhalten. Bitte schreiben Sie bei Interesse eine kurze Mail an bibliotheken@tlpk.de.

Den aktuellen Newsletter finden Sie hier:

Newsletter 02 (2021)

Newsletter 01 (2020)

Termine

  • 23/Sep

    DTWB-Treffen

    Das nächste Treffen der Direktorenkonferenz Thüringer Wissenschaftlicher Bibliothkeken (DTWB) findet am 23. September 2021 digital statt.

  • 27/Sep

    Treffen der AG-Verantwortlichen

    Die Verantwortlichen der BSC-Arbeitsgruppen tauschen sich zum Arbeits- und Entwicklungsplan und weiteren aktuellen Themen aus.

  • 29/Sep

    AG Benutzung

    Das Treffen der AG Benutzung ist als Präsenztermin in Erfurt und Weimar geplant.

  • 21/Okt

    Verwaltungsratssitzung

    Der Verwaltungsrat trifft sich in der Regel zweimal jährlich, um die Entwicklungen und anstehenden Aufgaben zu besprechen und strategische Entscheidungen zu treffen.

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